Auchentoshan American Oak

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Auchentoshan American Oak

Der Whisky von der „Feldecke“. Auchentoshan ist Gälisch für eben jenes Wort. Die Brennerei aus den Lowlands ist die einzige Brennerei in Schottland, die grundsätzlich dreifach destilliert. Eine Sitte, die man sonst bei den Iren findet. Der Rest der Schotten ist ja bekanntlich der Meinung, dass wenn man es beim zweiten mal nicht hinbekommt….Aber das soll egal sein. Whiskyphilosophie kann man nicht schreiben oder erstreiten sondern lieber das trinken, was schmeckt. Da ist dann die Zahl egal. (Bitte beachten Sie den ungewollten Reim am Ende des letzten Satzes).

Der American Oak ersetzt den alten Auchentoshan Classic, der den Auchentoshan 10 Years ersetzt hat. Das ist ne Menge Ersatz für einen Whisky, aber wenn die Firma das so will, bleibt und Konsumenten ja nichts anderes übrig als umzusteigen. Oder auch nicht. Ich bin jedenfalls gespannt, ob der Whisky was kann. Der Name ist ja Programm. Nur in Amerikanischer Eiche gelagert, sprich in Ex-Bourbon Fässern.

Farbe: Helles Gold, heller Bernstein
Nase: Erstmal ne volle Ladung Eiche gefolgt von Honig. Als ob sich Sägespäne aufs Frühstücksbrot verirrt hätten. Hoffentlich hau ich mir gleich keinen Splitter ins Zahnfleisch. Wenn man dem guten Stoff ein wenig Zeit lässt kommt der Zitronenexpress und drückt noch seine eigene Note dazu. Generell hat der Whisky etwas von einem schönen leicht windigem Tag mit ca. 20 Grad Außentemperatur. Also fein warm und ein wenig frisch. (3/5)
Gaumen: Wieder Holz und Zitrone. Sehr schön direkt und kaum Komplex. Das ist gut. Ich möchte nicht immer das ganze Kreuzworträtsel lösen, bevor ich die Lösung habe. Macnhmal tun es 3-4 Schlüsselwörter auch. Zur Zitrone kommt noch ein wenig Orangenschale und Vanille. Also etwas süßlich das ganze. (3/5)
Finale: Kurz und bündig. Ein „everyday dram“ könnte man fast sagen. Nicht verkehrt, aber ein wenig mehr wäre besser gewesen. (3,5/5)
Gesamt: Schönes Tröpfen für Einsteiger, aber auch erfahrene Whiskynasen. Man darf keine ausufernden Eindrücke erwarten, sondern nur die Tatsache, dass man für kleines Geld einen ziemlich guten Whisky im Glas hat. Und darauf läufts hinaus. Spass haben beim probieren und beim trinken. Diesen Whisky gerne auch mit Freunden über den Abend verteilt. (9,5/15)

Talisker Port Ruighe

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Talisker Port Ruighe

Talisker

Der Port Ruighe

Die noch einzige Brennerei auf der Isle of Skye. Vom Diageo Konzern zu den Classic Malts of Scotland erhoben und bis vor einiger Zeit in wenigen unterschiedlichen Abfüllungen zu bekommen. Zumindest in weiten Teilen der Welt. Doch mit dem 57 Degrees North, einer Fasstärke konnte die Brennerei auf sich aufmerksam machen. Mit dem Port Ruighe (Gesprochen: Port Righ) ist ein Portfass-Finish auf den Markt gekommen. „Süßes Portfass und dicker Rauch, na ob das zusammenpasst?“ war mein erster Gedanke. Die Verbindung hinzubekommen muss nicht unbedingt jedem gelingen. Ich selbst bin ausserordentlich gespannt.

Farbe: Rotgolden
Nase: Vorneweg dampft der Torfexpress immernoch mit Vollgas in die Nase. Man fühlt sich so, als ob man dabei mitten auf den Gleisen steht. Irgendwie hat der Geruch auch etwas vom gebratenen Frühstücksspeck eines hervorragenden Frühstücks. War ja klar, dass dieses Aroma alles andere überlagert, doch da sagt noch etwas „Guten Morgen“ zu mir. Heidekraut, Vanille und Rosinen. (3,5/5)
Geschmack: Sehr Direkt, als ob der Torfexpress immer noch mit Vollgas unterwegs ist. Doch hier kommt die Stärke des Portwein-Fasses zum tragen. Süße Fruchtnoten sind vor dem Schienenräumer gespannt worden, während Nuss-Splitter in alle Richtungen gefeuert werden. Zum Ende hin noch etwas süßliches Holz und Karamell. (4/5)
Finale: Das Finale ist mittellang und der Express kommt nur mit qietschenden Rädern zum Stillstand. Der will länger, kann aber nicht. (3,5/5)
Gesamt: Ziemlich gut, was die Brennerei abgeliefert hat. Die Portsüße ist nicht überladen, kommt aber meines Erachtens nicht gegen die anfänglich starken Rauch und Torfaromen an. Das muss nicht schlecht sein, gerade für Whiskyfreunde, die sich an das Torfige „herantrinken“ wollen. (11/15)

Canadian Club 12 Years Small Batch

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Heute habe ich clubendlich mal Hand und Glas an einen Whisky aus Kanada legen können. Warum gibt es eigentlich so wenig Kanadische Whiskey hier in Deutschland ? Es ist echt schwer an welche heranzukommen und ich als kosmopolitischer Trinker (Tolles Wort für „Säufer in allen Ländern“ :-) ) bin natürlich scharf drauf einen zu bekommen. Gut, es gibt Crown Royal und auch den Canadian Club Standard. Nach längerer Suche konnte ich nun aber den Canadian Club 12 Jahre Small Batch in die Finger bekommen. Direkt neben Detroit gelegen, aber auf der Kanadischen Seite Nordamerikas ist diese Brennerei ein Musterbeispiel für Schmuggel und Marketing gewesen.Das Mindestalter betrug Seinerzeit 6 Jahre und war somit älter als durchschnittliche amerikanische Vertreter und der Gründer Hiram Walker setzte auch gleich seinen Namen drauf. Zu allem Überfluss kam der Whisky in den Clubs in Amerika so gut an, so dass der Name dann schnell von Hiram Walker zu Canadian Club wechselte. Durch die Nähe der Brennerei zur Grenze nach Amerika wurde von dort natürlich auch gut und viel herübergeschmuggelt um die Speakeasy während der Prohibition zu versorgen.
Ob der Whisky auch rüber nach Deutschland geschmuggelt wurde weiß ich nicht, aber so selten wie er auftaucht glaube ich das gerne.
Farbe: Schöne klare Farbe, also zum Durchgucken. Wie ein Bernstein und damit meine ich nicht das Bier, sondern den Stein.
Nase: Da gibt’s was zu entdecken. Ein wenig Vanille und Eichenholz. Das kann eigentlich nur von der langen Lagerung kommen. Ansonsten schummelt sich da ein Aroma von würziger Orangenschale durch etwas Kaffee, der zu lange in der tasse war. Also dieser Mittelweg zwischen noch nicht kalt, aber definitiv nicht warm genug. Gar nicht unübel, weil man weiss das es kein Kaffee ist, sonder Whiskey. (3,5/5)
Gaumen: Kräftig isser, ja doch. Das würzige und trockene Holzaroma breitet sich voll in der alpinen Berglandschaft meiner Mundhöhle aus. Der Kaffe ist nun gemahlen und aromatisch. Leichte Anflüge von Schokolade. Die Frucht erinnert an überreifen Apfel und Pflaume.(3,5/5)
Finale: Das Finale ist echt sauber. Schön lang, aber nicht zu hfetig. Der geht bis zum Hals und verscheindet dann, in etwa wie eine Bronchitis. Nur Geiler. (4/5)
Gesamt: Ein schönes Fläschken. Besonders wenn man den Preis von unter 30 Euronen bedenkt. Kleine Fehler, aber was solls. Endlich mal ein vernünftiger Kanadier, der es über den großen Teich geschafft hat. (11/15)

 

Reimonenq Einzelfassabfüllung

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Mal wieder einenSONY DSC Rhum probiert. Einen guten, soviel kann ich schonmal vorweg nehmen. Die Brennerei liegt auf Guadeloupe, einer Insel die zu den kleinen Antillen gezählt wird. Die eine Besonderheit dieses Rums ist eigentlich typisch für die Sorten von den französischen Inseln. Er wird aus Zuckerrohrsaft destilliert. Normalerweise wird für Rum immer die Melasse genutzt, einem Nebenprodukt der Zuckergewinnung. Die Brennerei selbst ist 1916 von einem finnischen Einwanderer gegründet worden, der um französischer zu klingen, einfach ein „Q“ an seinem Namen dransetzte. Meine Abfüllung kommt (wie soll es auch anders sein) aus der Schweiz und ist vom feinen Spirituosenladen J.B.Labat (www.labat.ch) abgefüllt worden. Destilliert wurde 2007 und abgefüllt im November 2012. Gelagert wurde das ganze dann in Fässern der Buffalo Trace Distillerie. Ich bin mal gespannt.

Farbe: Dunkler Bernstein bis Bronze. Das hat was. Eine leichte Trübung, das kommt vermutlich von der unfiltrierten Abfüllung.
Nase: Da ist auf jedenfall eine intensive Würze im Spiel. Erinnert an Vanilleschoten , Gras und Paprika. Momentmal Gras ? Ja, genau Gras. Also frisch gemähtes. Frucht kommt weniger durch. Aber das ist bei Rhum Agricole (aus Zuckerrohrsaft) nicht ungewöhnlich. Auf jedenfall sehr kraftvoll und nicht von schlechten Eltern. (4/5)
Gaumen: So, kommt nun die fruchtige Note? Die, welche die Sehnsucht nach Inseln und Sonne so antreibt ?
Nein. Aber das ist auch nicht schlimm. Der Rum arbeitet gerade am Gaumen mit vielen Schichten. So wie Oger…oder Zwiebeln. Die Front bildet immer noch eine würzige und holzige Note, die etwas an Lakritz erinnert. So, als ob man nach 2 Tagen auf Süßholzkauen, plötzlich nen Schluck Wasser zu sich nimmt. Die Kraft bleibt erhalten und die 47% Alkohol fügen sich gut ein. Doch darunter zeigt sich die wahre Stärke des Rhums. Vanille, ein wenig gebackene Banane und vergrillte Ananas. Das meint eine Ananas zu lange auf´m Grill liegengelassen, drangerochen und trotz aller Bedenken reingebissen zu haben. Das schmeckt. (4/5)
Finale: Das ist lang und macht Spass. Die feine fruchtige Komponente des Rhums bleibt am Gaumen kleben und der trockene Charakter zieht einem die Geschmacksknospen zusammen. Da muss man kein Kenner sein um das Zeug zu lieben, aber es ist auch nicht schädlich. ( 4,5/5)
Gesamt: Schade, dass es nur so wenige Flaschen gab. 100 um genau zu sein. Aber die Rhums dieser Brennerei lohnen sich allemals. (12,5/15)

Auchroisk 22 Years, Marsala Finish

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Mal wieSONY DSCder was gutes von der Coopers Choice. Einzelfass Nummer 9048 aus dem Jahre 1991.
Die Brennerei liegt in Banffshire am River Spey. Ursprünglich am Anfang der 70ger Jahre gebaut worden, um die hohe Nachfrage nach Blended Malts zu befriedigen. Doch anscheinend muss das Produkt so gut gewesen sein, dass nach 3 Jahren die erste Füllung für den japanischen Markt abgefüllt wurde. Die vorliegende Abfüllung ist natürlich wesentlich älter und wurde noch einige Zeit im Marsala Fass gefinisht. Bin gespannt, was die Zusatzreifung so gebracht hat.
Farbe:
Schön dunkel, leichte Bronzenote. Erinnert an Rosinen.
Nase:
Oha ! Da kommt was auf uns zu. Das wird gut. Zuerst ein wenig Rosinen und reife Früchte. In etwa zu lang liegengelassene Banane und roter Apfel. Das muss erstmal verdaut werden. Da kommt aber noch mehr. Toffee, Karamell und süßliche Honignote (Verwunderlich, war ja im passenden Fass). Aber das beste kommt am Ende. Da haben sich doch wirklich ein wenig Torf und erdige Noten drin verirrt. (4,5/5)
Gaumen:
Das haut rein, das ist geil. Es drücken sich die Aromen von reifen Früchten voll auf den Gaumen und bleiben kleben. Die Rosinen tanzen über die alpine Berglandschaft des Mundinnenraumes und jodeln fröhlich die Marsalaherkunft heraus. Die reife und der kräftige Geschmack sind schon mit der berühmten Doppelbackpfeife von Bud Spenscer zu vergleichen. Die treffen voll auffe Omme und lassen dich glücklich lächelnd zu Boden sinken. Die 49,5% sind auch gut eingebunden. Etwas Wasser tut dem Whisky keinen Abbruch, wäre aber kein Muss.(4,5/5)
Finale:
Echt lang und rund. Nach etwa 10 Minuten wollte der Geschmack sich immer noch nicht verflüchtigen. Ausserdem fällt hier der leichte Torfgeschmack wieder positiv auf. Da hat man lange was dran zu genießen. Mit einem Glas pro abend ist dann aber auch das höchste der Gefühle erreicht. (Klar kann man auch mehr davon trinken, aber warum ?). Da halte ich es frei nach der Kampagne der Winterthurer Stadtguet Brauerei: „Glück ist selten so in Griffnähe“.(4/5)
Gesamt:
Überaus gut und lecker. Einfache Worte am Schluss, aber Sie beschreiben es ganz gut. Stände da nicht der Flaschenpreis von knapp 100 Euro am Regal. Aber was solls. Das Leben ist zu kurz um schlechten Whisky zu trinken. (13/15)

Xellent – Schweizer Edelweiss Gin

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Xellent Gin

Schweiz, Land meiner Sehnsüchte und Träume. Gut, es klingt poetisch blöd, ist aber so. Jedes Jahr zieht es mich zu den Eidgenossen um ein wenig zu entspannen und spannende Drinks zu testen. Allein die Hafenkneipe oder die Bar 63 in Zürich sind einen Besuch Wert. Oder auch die Winterthurer Stadtguet Brauerei. Aber diesmal geht es um den Schweizer Edelweiss Gin.
In Willisau, bei Luzern hergestellt, vereint der Gin die Perfektion der Eidgenossen. Zu den klassischen Botanicals eines Gin kommt hier noch der Edelweiss hinzu um dem Produkt eine florale Note zu geben.

 

Farbe:Klare Farbe, durchsichtig möchte man meinen. Eines Geistes (Spirits) würdig. Erstmal normal. Herzlich unüberraschend.
Nase: Erst ein zurückhaltendes Aroma. Der Wacholder lässt sich Zeit. Nach mehrmaligen Riechen entfaltet sich dann das Spektrum der Destillierkunst. Dezente Zitrusnote. Irgendwie ansprechend und wirkt dadurch süßlich. Dann hängt sich eine würzige Note mit rein. Etwas pfeffrig und kräuterig. Ob das der berühmte Edelweiss ist ?
Nun, egal. Gegessen habe ich. Danach wird getrunken, gesungen und zum Schluss suche ich mit Obelix das Edelweiss.
(4/5)
Gaumen: Frisch und würzig. Hallo !?!, spüre ich da etwa alte Gurkenschale? Etwas Weizen hängt sich unter dem Gaumen fest. Zumindest erklärts die Basis der Spirituose.
Wacholder dominiert nicht sondern begleitet. Etwa, wie die Groupies den Musiker. Irgendwo im Hintergrund johlt immer eins, aber auf die Bühne kommen die nur Selten. In diesem Fall: Überall ein wenig Wacholder, aber nicht im Vordergrund. Der Gin kommt eher trocken daher, wie englischer Humor. An sich ganz angenehm.
(4/5)
Finale: Mittleres Finale. Man darf gerne Nachtrinken, wird auch nicht überflüssig. Wie alte Cartoonserien. Immer wieder schön die im Glotz-O-Maten zu sehen. Immer wieder schön den Gin im Glas zu haben. Die Zitrusnote bleibt hängen und der Nachklang ist einfach lecker.
(4/5)
Gesamt: Super Eindruck, ehrlich. Meines erachten gibt’s da nicht viel zu verbessern. Vielleicht ein oder zwei Botanicals mehr und ich werde am glücklichsten damit. Ich bin echt gespannt, was die Schweizer Gin-Szene noch so zu bieten hat. (12/15)

George Dickel No.12

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whiskyJetzt ist mal ein klassischer Tennessee Whisky an der Reihe. Moment mal. Amerikanischer Whiskey ohne „e“ ? Kein Tippfehler liebe Leute, sondern der Mut des Gründers George Dickel. Der war von seinem Stoff so überzeugt, dass er meinte, es mit den Schotten aufnehmen zu können. Das wollen wir mal sehen, oder besser schmecken.
Die Brennerei selbst liegt nur ein paar Kilometer vom Branchenriesen Jack Daniels entfernt, hat aber die interessantere Geschichte. 1870 vom Kaufmann George Dickel in Tullahoma gegründet. Nachdem George bei einem Reitunfall verunglückte und starb hatte seine Frau die Rechte. Die wurden dann aber 1916 an den Schwager V.E. Shwab weitergereicht, der die Produktion verlagerte, eine neue Brennerei kaufte und dann die Geschichte der beiden Brennereien zusammen mixte. Wie ein guter Cocktailmixer. Anscheinend ist es so in Amerika, dass wenn man die Rechte an einer Firma kauft, man auch gleich die fremde Familiengeschichte als Bonus obendrauf l

egen kann und diese dann weiterverwenden. Aber das macht ja nix, denn nach vielen Irrungen und Wirrungen liegt die Produktion nun in der Cascade Hollow Distillerie, die 2003 wieder eröffnete. Ich hoffe das der Manager nun alles in den Griff bekommt.
Ich selbst kann halt sagen, dass der George Dickel Whisky mit dem Eagle Rare Bourbon aus der Buffalo Trace Distillerie mir selbst den geschmacklichen Weg in die Welt der amerikanischen Whisk(e)ys eröffnet haben. Den No. 12 gibt es in Deutschland meines Wissens nur als 1 Liter Flasche zu kaufen, umso glücklicher war ich, als ich in Zürich der 0,7 Liter Flasche habhaft werden konnte. Allen finanziellen Warnungen zum Trotz (Hey, es war in Zürich und der Wechselkurs ist derzeit echt mies) wurde die Flasche eingesackt. (Fürs Protokoll: Ich habe lieber 0,7l Flaschen daheim als Literflaschen. Warum weiss ich nicht. Ist auch egal.)
Hier nun die dazugehörige Review:

Farbe: Schönes dunkles Bernstein. So stell ich mir das vor und so gehört es sich.

Nase: Einige frische Aromen nach Früchten strömen entgegen und beißen sich so richtig fest, aber im positiven Sinne. Vanille und dörrobst gesellen sich noch dazu. Ungewöhnlich, aber erst mal interessant. Irgendein weiterer Geruch ist noch drin, der mich nachdenklich stimmt. Ist wohl die fein rauchige Note vom „charcoal mellowing“. Veleiht dem ganzen einen etwas süßlichen Geruch nach frisch gefälltem Ahorn. (3,5/5)

Gaumen: Etwas leicht auf der Zunge, dafür mit leicht süßlicher Komponente. Das fruchtige Aroma nach Aprikosen verhärtet und hängt sich fest. Die Vanille ist ebenfalls spürbar und klopft wie der freundliche Nachbar an, um mal reinzuschauen. Ganz stimmig bisher. Die 90 Proof (45%) sind gut eingebunden. Es raubt einen nicht den Atem, aber man kann merken, dass der Whisky nur was für ganze Kerle ist. Oder ganze Frauen…geht auch. (4/5)

Finale: Ich hab den doch runter geschluckt, warum schmecke ich den noch immer? Das gute 5 Minuten lang. Hier legt sich die würzige, rauchige Note auf den Zungenbelag und verhält sich wie ein Greenpeace Protester. Nur mit viel Gewalt und Zähneputzen wegzubekommen. Oder wahlweise Duschen. Hilft aber nicht dem Mundraum. Grandios! (4,5/5)

Gesamt: Das Gesamturteil ist durchweg zufriedenstellend. Ein perfekter Drink für kalte Abende, John Wayne Western oder Clint Eastwood Filme. Direkt und stark am Anfang, beeindruckend am Ende. Hier gibt’s satte 12 von 15 Punkten

Kaniché Rum XO

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RumKaniché XO Rum

Auf einer Messe in Bochum bin ich dem Kaniché Rum auf die Pelle gerückt. Ein wundervoller Rum aus der Karibik, besser gesagt von Barbados. Der französische Spirituosenmeister Pierré Ferrand steckt hinter dem Kaniché Rum XO. Dieser erlebt nach der Reifung in amerikanischer Eiche noch ein geiles Finish in Whisky und Cognac Fässern. So muss es sein. Viel Aufwand für ein gutes Produkt.

 

Farbe: Wunderschöner Bernstein mit orangenen Reflexen. Da macht sogar das Anschauen Spaß
Nase: Vorneweg verströmt der Inhalt eine feine Süße über den Glasrand und dann wird mein Geruchssinn von der Vanille gelockt. Plötzlich kommt einem Tsunami gleich eine Welle von frischen Südfrüchten in den Riechkanal geschossen. Ananas, Zitrone, Mango. Es ist als ob sich jede Fruchtnuance wie ein eifriger Schüler mit Finger schnipsen meldet. „Nimm mich, Nimm mich“ scheinen Sie zu rufen. Perfekt will man meinen. Wenn die eifrigen Schüler Ihre Antworten gegeben haben findet man noch die stillen Aromen in der letzten Reihe. Vanille und Pfeffer schießen mir durch den Kopf. Jetzt aber ganz fix probieren. (4/5)
Gaumen:
Eine feine Süße macht sich breit. Ganz typisch für Barbados und Melasse Rum. Die Frucht vermischt sich dann zu einem Feuerwerk an Unentschlossenheit. Aber das im positiven Sinne. Der Rum will alles und das sofort. Ganz egal was da kommen mag. Kein Mittelmaß oder direkt heraus. Vielschichtig ist der Gedanke der (Probier-)Stunde. Einfach nur genial. (4/5)
Finale:
Da der Rum alles will, will er auch nicht aufhören. Ein extra langes Finale mit einer doch recht süßen Komponente. Die leichte Würze verhallt schnell, dafür bleibt der Zuckerrohr noch lange auf der Zunge erhalten. Vielleicht etwas zu viel Frucht.
(3,5 /5)
Gesamt:
Wenn Ihr den Rum stehen seht: Kaufen. Ist zwar kein Befehl vom Captain, aber dafür ein Vorschlag für den guten Geschmack. (11,5/15)

Ben Nevis Coopers Choice 1996

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Ben Nevis 1996Ben Nevis Coopers Choice 1996

So, dann wollen wir mal. Start macht in diesem Blog die Brennerei Ben Nevis aus den westlichen Highlands. Natürlich habe ich mich vollkommen unwahllos dafür entschieden. Bei Ben Nevis handelt es sich um eine der beiden Brennereien aus den westlichen Highlands (die andere wäre Oban). Nun mag es Puristen geben, die noch andere dazu zählen, aber meine Rechnung beinhaltet nur diese beiden Brennereien.
In Deutschland sind die Originalabfüllungen der Destillerie eher schlecht zu bekommen. Daher muss man sich auf die Abfüllungen der unabhängigen Firmen verlassen. In diesem Fall nehme ich die Abfüllung von Coopers Choice als Verkostungs-Grundlage. Doch erst ein wenig zur Brennerei.

Gegründet 1825 von John MacDonald am Fuße des Ben Nevis, des höchsten Bergs in Schottland (und auch England). Gerne würde ich etwas weitaus wichtigeres zu berichten Wissen, doch ist dies eine Geschichte, wie viele andere. Der Traum den perfekten Whisky zu machen und so weiter. Was wiederum interessant ist, ist die Tatsache, das diese Brennerei nicht, so wie viele andere, geschlossen wurde. Die Produktion lief durch die Jahre hinweg weiter.

Vielleicht ist das der Grund, warum die Japaner darauf aufmerksam wurden. Denn 1989 wurde die Brennerei von der Nikka Distilling Co. Übernommen.
Doch genug dazu. Vorliegend ist die Abfüllung der Coopers Choice (zu Deutsch: „Wahl des Küfers“) mit einem Ben Nevis aus dem Jahre 1996. Reines Sherryfass und limitiert auf 320 Fl.

Farbe: Schön lecker Dunkel. Rötliche Reflexe und dunkler Bernstein

Nase: Zuallererst mal reife Früchte. Woher wohl ? Sherryfass, genau. Dann Karamell und Toffeenoten. So ein bisschen wie ein Toffifee in warm. Nun mal mit einem Schuss Wasser. Geruch wird etwas fülliger, ansonsten keine Veränderung. Velleicht ein wenig Zitrusfrüchte. (4/5)

Gaumen: Fruchtige Süße und ebenfalls reife Früchte. Ein wenig Kirsche und wieder Karamell. Ich glaubs ja nicht. Dann machen sich die 56% bemerkbar. Nicht scharf brennend sondern in der Kehle. Gleich mal mit etwas Wasser versuchen. Hui, was ein Erlebnis. Etwas weicher (Kunststück) und nun kommen zu den Früchten auch feine Gewürznoten dazu. Zedern, Eiche und Pfeffer. Das hat was. (4/5)

Nachklang: Schön lang und fruchtig. Geht bis in den Brustkorb. Das rockt. Mit Wasser immer noch ein langer Geschmack. Nur das Winter-warme fehlt mir dadurch etwas. Weiß nicht, ob ich so glücklich bin dadurch. Nochmal probieren. Doch, schöner Genuss. (4/5)

Gesamt: Volle Kanone! Das, was ich erwartet habe. Typisch für Ben Nevis ist die Ausgewogenheit und eine klare, reine Struktur. Soll heißen: Man kricht die ganze Packung. Ohne Wasser wäre es vielleicht ein Punkt insgesamt weniger geworden, aber 56% sind manchmal echt zu stark. Deshalb volle 12/15

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