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Mal wieder einenSONY DSC Rhum probiert. Einen guten, soviel kann ich schonmal vorweg nehmen. Die Brennerei liegt auf Guadeloupe, einer Insel die zu den kleinen Antillen gezählt wird. Die eine Besonderheit dieses Rums ist eigentlich typisch für die Sorten von den französischen Inseln. Er wird aus Zuckerrohrsaft destilliert. Normalerweise wird für Rum immer die Melasse genutzt, einem Nebenprodukt der Zuckergewinnung. Die Brennerei selbst ist 1916 von einem finnischen Einwanderer gegründet worden, der um französischer zu klingen, einfach ein „Q“ an seinem Namen dransetzte. Meine Abfüllung kommt (wie soll es auch anders sein) aus der Schweiz und ist vom feinen Spirituosenladen J.B.Labat (www.labat.ch) abgefüllt worden. Destilliert wurde 2007 und abgefüllt im November 2012. Gelagert wurde das ganze dann in Fässern der Buffalo Trace Distillerie. Ich bin mal gespannt.

Farbe: Dunkler Bernstein bis Bronze. Das hat was. Eine leichte Trübung, das kommt vermutlich von der unfiltrierten Abfüllung.
Nase: Da ist auf jedenfall eine intensive Würze im Spiel. Erinnert an Vanilleschoten , Gras und Paprika. Momentmal Gras ? Ja, genau Gras. Also frisch gemähtes. Frucht kommt weniger durch. Aber das ist bei Rhum Agricole (aus Zuckerrohrsaft) nicht ungewöhnlich. Auf jedenfall sehr kraftvoll und nicht von schlechten Eltern. (4/5)
Gaumen: So, kommt nun die fruchtige Note? Die, welche die Sehnsucht nach Inseln und Sonne so antreibt ?
Nein. Aber das ist auch nicht schlimm. Der Rum arbeitet gerade am Gaumen mit vielen Schichten. So wie Oger…oder Zwiebeln. Die Front bildet immer noch eine würzige und holzige Note, die etwas an Lakritz erinnert. So, als ob man nach 2 Tagen auf Süßholzkauen, plötzlich nen Schluck Wasser zu sich nimmt. Die Kraft bleibt erhalten und die 47% Alkohol fügen sich gut ein. Doch darunter zeigt sich die wahre Stärke des Rhums. Vanille, ein wenig gebackene Banane und vergrillte Ananas. Das meint eine Ananas zu lange auf´m Grill liegengelassen, drangerochen und trotz aller Bedenken reingebissen zu haben. Das schmeckt. (4/5)
Finale: Das ist lang und macht Spass. Die feine fruchtige Komponente des Rhums bleibt am Gaumen kleben und der trockene Charakter zieht einem die Geschmacksknospen zusammen. Da muss man kein Kenner sein um das Zeug zu lieben, aber es ist auch nicht schädlich. ( 4,5/5)
Gesamt: Schade, dass es nur so wenige Flaschen gab. 100 um genau zu sein. Aber die Rhums dieser Brennerei lohnen sich allemals. (12,5/15)