Schlagwörter

, , , ,

Es ist eines Freitags Nacht im Oktober 1891 gewesen, als der junge Arbeiter Alan McStill von der Brennerei nach zu seinem favorisierten Pub ging. Er wollte nach verrichtetem Tagewerk noch zwei oder drei Pint in seine Kehle fließen lassen. Der Nebel kroch langsam vom Findhorn durch die dichten Wälder und der kalte Nachtwind ließ ihn seinen Schal, den er einst von seiner Großmutter bekam, etwas höher wickeln. Sein Atem kristallisierte vor seinen Augen und in der Dunkelheit verwinkelten sich die beinahe blätterlosen Äste der Bäume am Wegesrand zu undurchdringlichen Knoten. Alan atmete Schwer, hatte er doch nach der Schicht sich am Lebenswasser schon gütlich getan.

Der Mond stand voll und hell am Himmel und leuchtete auf den schmalen Weg, den er eingeschlagen hatte. Die Wolken zogen in Schemen und vom Wind getrieben über den Sternenhimmel, während Alan seine Schritte anzog. Der Nebel verdichtete sich um Ihn herum, eigentlich nichts Ungewöhnliches in einer Oktobernacht, aber selbst Ihm wurde es ein wenig unheimlich. Unwiederbringlich fielen ihm Geschichten ein, die seine Großmutter ihm erzählte. Automatisch sah er die Augen der Gespenster und Mahre in den knorrigen Baumrinden, die Ihn und nur Ihn anstarrten. Die Blicke folgten Alan auf seinem Weg. Der Boden knirschte und klackerte unter den schneller werdenden Schritten, doch den Blicken konnte er sich nicht entrinnen. Nicht einmal ein Fackelschein stand ihm zur Verfügung, der die Sicht verbessern und auch das pochen seines Herzens hätte beruhigen können.

Alan blickte sich um und spürte erneut Blicke auf sich gerichtet, aber diesmal nicht die der Bäume oder des Wurzelwerkes. Auch nicht der starre Blick einer Eule war auf ihn gerichtet. Es war etwas weitaus schlimmeres, das spürte er. Im Nebel blitzten Sie langsam auf. Rotglühende Augen, die ihn verfolgten. Direkt aus der Hölle, so konnte man Sie beschreiben. Um Ihn herum wurde es auch still. Konnte vorher noch das rascheln einer Maus oder eines Igels im Laub den Herzschlag zwar beschleunigen, so verstummte auch dieses.

Egal wohin Alan seinen Blick wendete, immer blitzen diese Augen an den Bäumen vorbei und leuchteten durch den dichten Nebel. Die Schwaden schienen nach Ihm zu greifen, legten sich um seinen Hals, wollten zudrücken, ihn den Atem rauben, aber mit jedem Schritt riß er sich los. Alan rannte nun, er rannte durch die Dunkelheit, getrieben von der Angst, seinem Verstand, der die roten Augen zu erklären versuchte, aber keine fand. Die Beine reagierten nur noch in der Bewegung nach vorn. Doch die Augen hielten Schritt.
Alan ging der Atem aus.
Er saß schon fast verzweifelt auf dem Boden, die Nässe des feuchten Grases drückte sich durch seine Hose. In der umwaberten Dunkelheit groll ein knurren. Er sah sich um. Das knurren kam näher, Augen blitzten auf und es kam weiter näher.
Alan wusste, was Ihn erwartete.
Der Cú Bócan. Der Höllenhund. Nur einmal in jeder Generation zeigt sich der Cú Bócan und Alan wusste, es geht zu Ende.
Doch nahm er seinen Mut zusammen und lief, er sprang vom feuchten Boden und rannte weiter, immer weiter.
Der Atem hinterließ Kälteschwaden, die sich mit denen des Nebels vermischten, doch er konnte den Augen und dem knurren nicht davonkommen.
Plötzlich stand zähnefletschend der Cú Bócan vor Ihm. Der Geruch von Schwefel und vom verbrannten Fleisch hing in der Luft. Der Höllenhund knurrte und Alan war wie gelähmt, konnte keinen Schritt mehr tun. In seiner Verzweiflung betete er zu Gott und der Heiligen Jungfrau Maria. Gegen aller Möglichkeit und Vernunft streckte Alan daraufhin seinen Arm aus um das Tier zu berühren, er wusste, dass sein letztes Stündlein geschlagen ward. Seine Hand berührte fast die Schnauze der Bestie, die herunterhängenden Fäden aus flüssiger Glut und Asche. Doch zur Berührung kam es nicht. Vor seinen Augen entschwand der Höllenhund in einer Wolke aus weißem und warmem Rauch und hinterließ nur den Geruch nach Schwefel und Fäulnis. Alan wankte direkt heim, Starr vor Angst und mit schlohweißem Haar.

Das ist die GEschichte des Cú Bócan und wie erschmeckt wird nach Halloween verraten🙂